Down-Syndrom (Trisomie 21) – Alles, was du dazu wissen solltest!

Down syndrom Trisomie 21

Erstellt von Kristine Schmeizl

Kategorie: Störungsbilder

16.06.2022

Das Down-Syndrom, als Trisomie 21 bekannt, beruht auf einer Chromosomenanomalie des 21. Chromosomenpaares, welches dreimal vorkommt. Down-Syndrom Kinder sind anfänglich nicht von Kindern ohne das Syndrom zu unterscheiden, erst später äußern sich die Symptome. Kleinwuchs, ein rundes flaches Gesicht, eine zu große Zunge, hoher spitzer Gaumen, breite kurze Finger, Vierfingerfurche äußern sich.

Auswirkungen des Downsyndroms können sich in der Gesundheit bemerkbar machen, sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen. Folgen können sein, eine Immunschwäche, Herzprobleme, Leukämie, Epilepsie, Fruchtbarkeit und mehr.

Trotz dessen sind Betroffene sehr liebevoll, zärtlich und hilfsbereit. Der Alltag kann dank früh gezielter Förderung gut gemeistert werden. Ergotherapie, Physiotherapie und ein gutes soziales Umfeld sind mögliche Maßnahmen, in denen Kinder mit Downsyndrom einen guten Umgang erlernen und Erfolge erzielen können.

Disclaimer:

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Die Inhalte dienen nicht zur eigenständigen Diagnose. Bitte wende dich stets an einen Facharzt.

Down Syndrom - Trisomie 21 | Symptome, Auswirkungen & Förderung

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Was versteht man unter Down-Syndrom?

Das Down-Syndrom oder auch Trisomie 21 genannt beruht auf einer Chromosomenanomalie des 21. Chromosomenpaares.

➤ Dieses kommt dreimal vor

Der Hintergrund ist ein Fehler bei der Geschlechtszellenteilung (Meiose), in welcher ein überzähliges Chromosom entsteht.

Die Bezeichnung Down-Syndrom geht auf den englischen Psychiater John Langdon Down zurück, der die Erscheinung 1866 das erste Mal beschrieb.

Es werden zwischen leichten, mittleren und schweren Ausprägungen unterschieden.

Durch welche Symptome äußert sich das Down-Syndrom?

Die Entwicklung der Menschen läuft insgesamt verzögert.

  • Betroffene sind kleinwüchsig, haben ein rundes und flaches Gesicht, schräg stehende Lidspalten, einen kurzen breiten Hals und schwach entwickelte Muskeln
  • Ihre Hände sind breit, mit kurzen Fingern. Oft tritt die sogenannte Vierfingerfurche auf, das ist eine Beugefalte auf der Handinnenfläche, die quer über die Innenseite der Hand verläuft. Diese kann jedoch auch bei gesunden Menschen auftreten
  • Typisch ist außerdem der schmale, hohe und spitze Gaumen und eine zu große Zunge, die häufig aus dem Mund herausschaut
  • In den ersten Lebensjahren unterscheidet sich die Entwicklung bei Down-Syndrom Kindern nicht besonders zu Kindern ohne das Syndrom
  • Erst mit zunehmendem Alter treten die Unterschiede auf. Dies macht sich u.a. in der sprachlichen Entwicklung oder der Lernentwicklung bemerkbar

Welche Auswirkungen kann das Down-Syndrom haben?

Trisomie 21 kann die Gesundheit beeinträchtigen:

  • Herzfehler treten bei ca. 50% der Betroffenen auf (Quelle), außerdem können sich Störungen der Schilddrüsenfunktion und Fehlbildungen im Magen-Darm-Bereich bemerkbar machen
  • Eine Immunschwäche bzw. eine höhere Anfälligkeit für Infektionen kann auftreten, da das Immunsystem unterentwickelt ist. Daher neigen viele Kinder zu Mittelohr- oder Lungenentzündung oder Bronchitis
  • Leukämie, Epilepsie oder Autoimmunerkrankungen treten häufiger auf
  • Außerdem wird das Down-Syndrom meist von Hör- und Sehschäden begleitet, welche den Kindern die Kommunikation erheblich erschweren
  • Ebenso kann sich das Krankheitsbild auf die Fruchtbarkeit auswirken
  • Männer sind häufig unfruchtbar, Frauen, auch wenn nur eingeschränkt, fruchtbar. Dabei gibt es eine Wahrscheinlichkeit, die Chromosomenanomalie an das ungeborene Kind weiterzugeben

➤ All diese körperlichen Veränderungen haben Auswirkungen auf den Betroffenen oder das Kind und müssen bei der pädagogischen Arbeit mitberücksichtigt werden.

Wichtig zu erwähnen ist, Trisomie 21 bedeutet nicht nur Fehlbildungen und Einschränkungen. Betroffene zeigen ausgeprägte Eigenschaften und Fähigkeiten und sind wundervolle Menschen.

  • Sie sind liebevoll, zärtlich, freundlich, hilfsbereit und selbstständig
  • Besonders empfänglich sind sie für soziale Kontakte
  • Zudem sind viele total musikalisch begabt
  • Weitere Eigenschaften sind: Anhänglichkeit, Sensibilität und eine verminderte Konzentrationsfähigkeit
  • Weitere Talente findest du hier in diesem schönen Artikel!

➤ Nicht nur die genetische Ausstattung, sondern auch die potenzielle Förderung ist für die geistige Entwicklung von Betroffenen entscheidend.

Wie kann man Betroffene fördern?

Viele Kinder können mit früh gezielter Förderung große und umfassende Entwicklungsschritte erzielen.

  • Die Physiotherapie unterstützt die motorische Entwicklung, die schwache Muskulatur wird trainiert und gestärkt
  • Die Ergotherapie unterstützt die Wahrnehmung des Kindes in der Feinmotorik

➤ Entscheidend für den Erfolg der Behandlung ist die Vertrauensbasis zum Therapeuten

➤ Wichtig ist, dass die Herangehensweise nicht unter Druck, sondern spielerisch erfolgt

  • Einfache Sprach- und Sprechübungen, ob zu Hause oder bei der Logopädie unterstützen die Sprachentwicklung, wodurch die Kommunikations- und Ausdrucksfähigkeit des Kindes verbessert wird
  • Das soziale Umfeld spielt ebenso eine große Rolle
  • Viele Kinder besuchen Kindertagesstätten oder Schulen mit integrativen oder inklusiven Ansatz, in denen sie sich wohlfühlen und mit „Gleichgesinnten“ mithalten können. Hier können sie von geschulten Fachkräften angemessen gefördert werden

➤ Der Druck und die Überforderung werden hier herausgenommen und es fällt ihnen leichter zu lernen.

➤ Kinder mit Down-Syndrom sind durch ihre aufgeschlossene und neugierige Art, lernfähig und wissbegierig.

Wir brauchen nur viel an Einfühlungsvermögen und Zeit. Dann werden wir sehen, dass die Kinder großes meistern und Erfolge erzielen.

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