Die 7 Querschnittsaufgaben eines Erziehers – Kurz & prägnant

Querschnittsaufgaben Erzieherberuf

Erstellt von Kristine Schmeizl

Kategorie: Erzieherberuf

11.02.2022

Querschnittsaufgaben sind Schlüsselqualifikationen der Erzieher und Erzieherinnen, die notwendig für das Funktionieren in der pädagogischen Arbeit sind.

💡 Die berufliche Rolle des Erziehers im gesellschaftlichen Wandel trägt eine entscheidende Bedeutung bei der Herausbildung der Querschnittsaufgaben bei. Welche Veränderungen haben sich als Erzieher und Erzieherin ergeben? Früher Gouvernante und Kindergärtner. Heute die Berufsbezeichnung und einheitliche Verwendung „staatlich anerkannter Erzieher“ und „staatlich anerkannte Erzieherin“.

Der Erzieherberuf umfasst unzählige Aufgaben und Herausforderungen. Wichtig ist, dass wir neben der Freude in unserem Beruf die Kinder fördern und unterstützen und den Eltern rücksichtsvoll begegnen. Genaueres über die Querschnittsaufgaben als Erzieher oder Kinderpfleger erfährst du in diesem Artikel!

Querschnittsaufgaben im Erzieherberuf | einfach erklärt!

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Um die Entwicklung und Herausbildung der Querschnittsaufgaben zu verstehen, nimmt die berufliche Rolle des Erziehers und der Erzieherin im Wandel eine große Rolle ein. Denn erst durch gesellschaftliche Veränderungen kam es zur Formulierung der 7 Querschnittsaufgaben.

Welche Faktoren haben bei der Entstehung des Berufsbildes Einfluss genommen?

Der Blick auf die historische Entwicklung spielt bei der Entstehung des Erzieherberufs eine entscheidende Rolle.

Das Berufsbild hat sich mit der Gesellschaft verändert und verändert sich auch bis heute weiterhin mit dem gesellschaftlichen Wandel, hinsichtlich u.a. der Werte, Normen, Vorstellungen und Einstellungen und hat an hoher Bedeutung dazu gewonnen.

Früher, vom 17. Jh bis ca. dem 20. Jh existierte stattdessen der Beruf der Gouvernante. Der Begriff stammt aus dem französischen und stellt die veraltete Bezeichnung des Erziehers/ der Erzieherin dar. Ursprünglich waren es Familien des Hochadels, welche die Erziehung einer Gouvernante anvertrauten.

Meist junge und gebildete Frauen übernahmen die Aufgabe und mit wachsendem Wissen konnten sie dann die häusliche Erziehung und den Unterricht zu ihrem Beruf machen.

Durch zunehmende Veränderungen entwickelte sich das Erziehungs- und Bildungssystem, darunter dann Mitte des 19. Jahrhunderts der Beruf der Kindergärtnerin, der direkte Vorreiter des heutigen Berufs des Erziehers und der Erzieherin

Zwischen 1967 und 1982 wurde dann im Rahmen der Kultusministerkonferenz bundesweit der Ausbildungsberuf „staatlich anerkannter Erzieher“ und „staatlich anerkannte Erzieherin“ eingeführt.

💡 2011 kam es dann zur Formulierung der 7 Querschnittsaufgaben.

Welche Querschnittsaufgaben gibt es und was versteht man darunter?

Zuerst einmal soll geklärt werden, was man überhaupt unter Querschnittsaufgaben versteht.

Querschnittsaufgaben sind Schlüsselqualifikationen der Erzieher und Erzieherinnen, die notwendig für das Funktionieren in der pädagogischen Arbeit sind.

▶️ Unterschieden werden insgesamt 7 Querschnittsaufgaben:

  • Partizipation
  • Inklusion
  • Sprachbildung
  • Medienkompetenz
  • Wertevermittlung
  • Nachhaltigkeit
  • Prävention
Querschnittsaufgaben Erzieher
Die 7 Querschnittsaufgaben eines Erziehers - Kurz & prägnant 10

Partizipation

Unter Partizipation versteht man die Beteiligung, Teilhabe, Mitbestimmung, Mitwirkung und Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen bei allen für sie betreffenden Entscheidungen.

▶️ Kinder lernen so, ihre eigenen Ideen, Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu äußern. Sie sollen erfahren, dass ihre Meinung zählt, wodurch sie auch an Eigenständigkeit und Selbstvertrauen dazugewinnen.

💡 Daher ist es wichtig, dass Partizipation immer an den Entwicklungsstand der jeweiligen Person angepasst ist, damit Entscheidungen getroffen werden können. Die Einflussnahme kann in der Praxis Auswahlmöglichkeiten betreffen wie z.B. das Aufstellen gemeinsamer Regeln, die Raumgestaltung oder die Planung eines Ausflugs, bei welchen Entscheidungen die Kinder aktiv mitwirken können.

Partizipation
Partizipation

Inklusion

Inklusion zielt auf alle Menschen. Das bedeutet, dass jedes Individuum, egal welcher Nationalität, welchen Alters oder welcher Einschränkung, selbstverständlich dazugehört und ein Teil unserer Gesellschaft ist. Im Sinne des Verstehens von Verschiedenheit, die Heterogenität bewusst als Chance und nicht als Hürde zu betrachten.

Die Rahmenbedingungen für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hierfür sind noch ausbaufähig, wie u.a. das Schaffen von Barrierefreiheit, der Rahmen sollte mehr an individuelle Bedürfnisse angepasst werden.

Inklusion ist ein rechtlicher und gesellschaftlicher Anspruch, dass wir keinen Menschen aufgrund seiner Diversität ausgrenzen, sondern, dass wir im Gegenzug Diskriminierungen auf allen Ebenen abbauen und das Ziel einer chancengerechte Entwicklung für alle ermöglichen.

▶️ Du möchtest mehr über Inklusion erfahren, dann schau dir gern mein Video dazu an.

Inklusion
Inklusion

Sprachliche Bildung

Die Sprachentwicklung soll kontinuierlich begleitet und unterstützt werden, mit dem Ziel, die sprachliche Kompetenz von Kindern und Jugendlichen zu erweitern.

💡 Darunter versteht man u.a. auch die systematische Anregung und die Gestaltung von Sprachangeboten, die der Sprache ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Kinder und Jugendliche lernen so, sich angemessen und vielfältig auszudrücken, als auch können sie verschiedenen Anforderungen gerecht werden.

Sprachliche Bildung
Sprachliche Bildung

Medienkompetenz

Neben den analogen Medien wie Büchern oder Zeitschriften gibt es bereits digitale Medien. Diese sind wesentlicher Bestandteil der heutigen Zeit und werden aktiv im Beruf miteinbezogen.

❗ Wir sind dem zunehmenden Fortschritt ausgesetzt. Daher ist es wichtig, dass wir die Medienkompetenz fördern, einen bewussten Umgang mit Medien schaffen, um Kindern und Jugendlichen so neues Wissen und Verständnis zu vermitteln.

Medienkompetenz
Medienkompetenz

Wertevermittlung

Die Wertevielfalt ist heute in der pluralen Gesellschaft eine Herausforderung, da es so viel verschiedene gibt.

Unsere Aufgabe als pädagogische Fachkraft ist es, Kinder und Jugendliche beim Aufbau ihrer Wertentwicklung zu unterstützen. Dazu gehört es, dass wir eine reflektierte Haltung einnehmen, dass wir authentisch sind und dass wir neben unseren eigenen Werten, auch Werte anderer zulassen und akzeptieren.

🎯 Ziel ist es eine Balance zu finden von Autonomie und sozialer Mitverantwortung, dass wir sowohl für uns selbst eigenverantwortlich handeln, als auch rücksichtsvoll mit unseren Mitmenschen in der Gesellschaft umgehen.

Wertevermittlung
Wertevermittlung

Nachhaltigkeit

BNE ist die Abkürzung für „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und umfasst ökologische, ökonomische und soziale Aspekte.

Gemeint ist eine Bildung, in der Menschen von Anfang an lernen, nachhaltig zu denken und zu handeln und dies soll auch in Zukunft weiterhin befähigt werden. Es geht u.a. um einen verantwortungsbewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen in der Praxis, aber auch um kritisches Denken eigenen Verhaltens.

✅ Denn wir Menschen sind Lebewesen und brauchen die Natur zum Leben. Daher sollen wir nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit handeln, Zusammenhänge erkennen und unseren Entscheidungen bewusst sein, da Konsequenzen eigenen Verhaltens sich auf die Umwelt auswirken.

Nachhaltigkeit - BNE
Nachhaltigkeit – BNE

Prävention

Prävention bezeichnet das Vorbeugen von Problemlagen.

Beispiel: Eine gesunde Ernährung zur Vermeidung von möglichen gesundheitlichen Risiken in der Zukunft.

🎯 Ziel ist es demnach, Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung von Lebens- und Entwicklungsphasen sowie Übergängen zu unterstützen, um mögliche Risiken vorzubeugen. Und weiteres Ziel ist es, die Resilienz zu stärken, damit sie mit belastenden Situationen erfolgreich umgehen können.

Das Erleben von Selbstwirksamkeit, aus eigener Kraft schwierige oder herausfordernde Situationen zu meistern, steht dabei im Vordergrund.

Prävention nachhaltige Entwicklungsförderung
Prävention nachhaltige Entwicklungsförderung

Zusammenfassung

  • Partizipation steht für die Beteiligung, Teilhabe und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen
  • Inklusion umfasst die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für alle Menschen
  • Sprachbildung zielt auf die sprachliche Unterstützung im Alltag
  • Die Medienkompetenz umfasst im stetigen Fortschritt, die Förderung im Umgang mit Medien
  • Die Wertevermittlung meint sowohl die Akzeptanz eigener Werte als auch die unserer Mitmenschen
  • Nachhaltigkeit meint, über Entscheidungen bewusst nachzudenken, da Konsequenzen eigenen Verhaltens sich auf die Umwelt auswirken
  • Prävention zielt auf das Vorbeugen von Problemen

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6 Kommentare

  1. Conny Andrä

    Liebe Kristine,
    ich bin wirklich von den Ausführungen begeistert. Sie helfen mir die vielen Fachausdrücke zu verstehen.

    Antworten
    • Kristine Schmeizl

      Hallo liebe Conny,
      das freut mich zu hören! Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg beim Lernen😊

      Antworten
      • Marceline

        Liebe Kristine,

        vielen lieben Dank für ausführliche Zusammenfassung der Querschnittsaufgaben der pädagogischen Arbeit.

        Ich habe endlich den Begriff verstanden und wird mir bei meiner Prüfung helfen.

        Antworten
        • Kristine Schmeizl

          Hallo liebe Marceline,

          vielen Dank für dein nettes Feedback!
          Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Prüfung🍀
          Viele Grüße
          Krissi

          Antworten
    • serap

      Hallo, wie kann ich die Querschnittsaufgabe beim Esssituation mit behinderte Menschen umsetzen oder welche Querschnittsaufgabe???
      Liebe Grüße Serap

      Antworten
      • Marcello

        Die Sprachbildung kann man bspw. nutzen, damit die Kinder lernen, was sie da überhaupt essen, oder wie es schmeckt. Nachhaltigkeit wäre auch möglich „Nimm dir nur so viel du kannst und iss erstmal auf.“. Dann würde noc hdie Wertevermittlung gehen, indem man den Kindern beibringt, dass es nicht schön ist mit dem Essen zu matschen, oder mit vollem Mund zu sprechen.
        Das ist alles unabhängig davon ob Kinder motorisch oder kognitiv beeinträchtigt sind, oder nicht.

        Antworten

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