Kompetenzen eines Erziehers – Wesentliche Aufgaben

kompetenzen erzieher

Erstellt von Kristine Schmeizl

Kategorie: Erzieherberuf

25.08.2022

Was muss ein Erzieher und eine Erzieherin können? Welche Aufgaben übernehmen wir im Berufsleben als Erzieher und Erzieherin? Welche Voraussetzungen brauchen wir, was lernen wir im Alltag dazu?

Neben der Zusammenarbeit mit Eltern, Erziehungspartnerschaft, ist es wichtig, dass wir im Kontakt mit Kindern und Jugendlichen grundlegende Aufgaben und über Kompetenzen verfügen, damit wir im Kindergarten, in der Schule, im Hort, im Kinderheim etc. arbeiten können.

Was wir im Alltag im Umgang mit Kindern erleben, spiegelt unsere Verantwortung. Präsenz zeigen, indem wir Vorbilder für die Kinder sind, damit ein Lernen durch Nachahmung stattfinden kann. Außerdem gehört es zu unserem Job, dass wir die Aufsicht führen und Kinder und Jugendliche vor Gefahren schützen.

Ebenso bieten wir durch unsere Struktur und Regeln Orientierung, in welcher Umgebung die Kinder sich sicher und geborgen fühlen können. Des Weiteren gehören Hilfestellungen dazu, damit die Kinder Partizipation leben und sich im Alltag beteiligen können und dabei in Interaktion und Kommunikation mit anderen treten können.

Dies umfasst sowohl Entscheidungshilfen als auch Vertrauens- und Erwartungshilfen, wie das Aussprechen von Versprechungen, Verheißungen und Versicherungen. Nicht nur, dass wir die Kinder loben und wertschätzen für ihr Verhalten, auch gehört es dazu, dass wir sie auf unerwünschtes Verhalten aufmerksam machen und Sanktionen, Konsequenzen, auf ein bestimmtes unerwünschtes Verhalten aussprechen, damit Kinder und Jugendliche lernen, mit Strafen und Grenzen umzugehen.

Eine Wiedergutmachung einzusetzen ist eine sehr gute Alternative, damit sie die Möglichkeit erhalten, erwünschtes Verhalten zu zeigen.

Arbeit als Erzieher und Erzieherin - Was wir im Beruf machen | Wesentliche Aufgaben

⬆️ Hier gelangst du zum Video! ⬆️

Präsenz zeigen

  • Neben der Versorgung und Betreuung von Kindern, Jugenlichen und jungen Erwachsenen ist es wichtig, dass wir als Erzieher und Erziehern den Kindern und Eltern gegenüber präsent auftreten
  • Die Präsenz schafft ein gutes positives Gefühl und ermöglicht somit eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern als auch den Kindern
  • Wir als Erzieher sind Vorbilder für die Kinder und unsere Anwesenheit hat Einfluss auf die Kinder!
  • Kinder spüren sehr wohl, ob der Beruf aus Leidenschaft und Herzen ausgeführt wird. Ein positives Grundgefühl überträgt sich demnach auf die Kinder und bestimmt ihren Alltag mit

Aufsicht führen

  • Eine wesentliche Aufgabe von uns ist es, die Aufsicht zu führen und dafür zu sorgen, dass keinem Kind Schaden oder Leid hinzugefügt wird
  • Dies inkludiert auch das Achtgeben auf Gefahrenquellen und regelmäßiges Kontrollieren der Kinder. Selbstverständlich müssen Kinder nicht auf Schritt und Tritt beobachtet werden, regelmäßiges Kontrollieren und Sicherstellen, dass es ihnen gut geht, ist aber nötig
  • Außerdem können Kinder nicht immer entscheiden, welches Verhalten angemessen und unangemessen ist. Hier kommt uns die Aufgabe zu, Verbote und Gebote zu setzen, damit kein Kind verletzt wird

Orientierung geben

Wir begleiten den Alltag der Kinder und schaffen ihnen eine Struktur für den Tag, indem wir:

  • Gebote aussprechen, wie: „Sei hilfsbereit“ , „Helf mit
  • Regeln vorleben: Ordnung muss sein, Schlagen ist falsch
  • Ordnungsregeln aufstellen wie: Bauklötze kommen in die Kiste oder die Legosachen bleiben am Legotisch
  • Vorschriften aussprechen und vorleben: „Der Müll kommt in den Mülleimer“ , „Wir essen im Sitzen
  • Anweisungen aussprechen: „Zieh dir bitte die Schuhe aus“ oder „Hände vor dem Essen waschen nicht vergessen
  • Und Ermahnungen: „Seid alle still, wenn einer spricht“ oder „Nehme kein Spielzeug weg

Entscheidungshilfen geben

Es ist wichtig, dass Kinder lernen ihre Meinung mitzuteilen und ihre Wünsche und Bedürfnisse zu berücksichtigen. Manchmal ist es schwierig gegenüber anderer Kinder sich durchzusetzen, weshalb simple Entscheidungshilfen, aktives Mitwirken und Aussprechen ermöglichen sollen.

Sie lernen u.a.:

➤ eine Bitte auszusprechen wie: „Bitte tu das nicht!

➤ einen Befehl auszusprechen: „Lass das! Stop! Tu das nicht!

➤ eine Aufforderung auszusprechen: „Probiere es aus!

Vertrauens- und Erwartungshilfen

Kinder lernen und wollen in ihrer Entwicklung eine Rückmeldung, Bestätigung oder Zusicherung für ihr Verhalten erlangen. Dies erreichen wir, indem wir Kindern gegenüber: Versicherungen, Versprechungen oder Verheißungen aussprechen:

➤ Versicherung meint in diesem Kontext, Kinder in ihrem Verhalten zu bestärken: „Ich weiß, du kannst das!“ oder „Ich vertrau auf dich!

➤ Versprechungen implizieren, welche positive Konsequenz auf ein Verhalten folgt wie: „Wenn du das schaffst, dann darfst du der Handlung X nachgehen

➤ Verheißungen versprechen ein positives Gefühl nach einem bestimmten Verhalten oder einer konkreten Handlung. „Wenn du das schaffst, dann fühlst du dich toll!

Weisungen in Fehlsituationen aussprechen

Das ist extrem wichtig, damit Kinder erwünschtes Verhalten erlernen und unerwünschtes Verhalten nicht wieder zeigen.

Darunter fällt:

➤ Zurechtweisen eines Verhaltens: „Das war nicht in Ordnung, das möchte ich nicht wiedersehen!

➤ Warnungen aussprechen: „Das ist gefährlich, lass die Finger davon!

➤ Verwarnungen veranschaulichen: „Noch einmal werfen, dann verlässt du die Bauecke

Sanktionen

  • Sanktionierungen sind Mittel, die sehr bewusst eingesetzt werden sollten
  • Ein zeitlich naher Zusammenhang erleichtert dem Kind das Spüren der Verbindung
  • Tritt ein Fehlverhalten des Kindes auf, so sollte die Konsequenz unmittelbar auf die Situation folgen, damit Kinder die Konsequenz auf ihr Fehlverhalten schließen können. Man braucht Kinder also nicht erst am nächsten Tag oder paar Stunden später bestrafen, sondern unmittelbar nach ihrem unerwünschten Verhalten
  • Sanktionen erfolgen durch Tadel oder Strafen

Tadel meint eine verbale Beurteilung des Verhaltens oder Handelns: „Das finde ich nicht in Ordnung“ oder „Das möchte ich nicht wiedersehen“ .

Strafe greift gezielt auf Veränderung. Das Kind soll mit Strafen lernen, dass es schlecht ist, Regeln zu brechen und das Verhalten nicht erneut zu wiederholen. Die Strafe sollte immer auf die Situation angepasst sein und nicht aus dem Kontext gerissen.

Ein Beispiel: Tim schmeißt mit Bauklötzen durch die Gegend. Nach mehrmaligem Auffordern, das Verhalten zu unterlassen, schmeißt Tim trotzdem weiter.

Die Strafe könnte lauten: Tim muss jetzt alle Bauklötze alleine aufräumen und die Bauecke verlassen.

➤ Damit sollen Kinder die Möglichkeit der Wiedergutmachung erlangen.


Weitere Aufgaben zeigen, wie wichtig der Erwerb von Schlüsselqualifikationen im Beruf ist.

Querschnittsaufgaben im Erzieherberuf: Zum Video / Zum Artikel


Vielleicht gefällt dir auch …

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert