Pädagogische Grundhaltung | Erzieherwissen

Pädagogische_Grundhaltung

Erstellt von Kristine Schmeizl

Kategorie: Erzieherwissen

21.01.2023

Die Pädagogische Grundhaltung umfasst werden Empathie, Akzeptanz und Transparenz, auch aber Partizipation, Grenzen und Motivation. Das fordert die Arbeit als Erzieher und Erzieherin im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Empathie bedeutet Einfühlungsvermögen und beschäftigt sich mit Gefühlen. Akzeptanz ist bedingungslose Wertschätzung und bedeutet die Achtung des Menschen in seiner Persönlichkeit. Transparenz bedeutet Authentizität oder Kongruenz gegenüber Eltern, Pädagogen, Fachkräften als Erzieher, wie im Kindergarten. Ein offenes Gegenübertreten und das Signalisieren von Ehrlichkeit sind inbegriffen.

Mitbestimmung und Teilhabe begleiten uns im Alltag und ermöglichen uns eine effektive Zusammenarbeit und Bedürfnisbefriedigung. Kinder lernen von uns als Vorbilder durch Nachahmung oder Imitation und erwerben in ihrer Entwicklung verschiedene Kompetenzen, mit denen sie langfristig eigenständig das Leben bewältigen können.

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Jede Erziehung setzt eine Beziehung zwischen Erziehern und Zu-Erziehenden voraus. Deshalb ist ein intensiver Beziehungsaufbau zu Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen Voraussetzung eines jeden Erziehers. Es kommt auf die Haltung an, die wir in unserem Beruf mitbringen.

Was versteht man unter der pädagogischen Grundhaltung?

  • Die pädagogische Grundhaltung umfasst alle wesentlichen Aspekte im Umgang mit Kindern
  • Darunter vor allem die Empathie, Akzeptanz und Transparenz
  • Diese sind unheimlich wichtig, damit wir pädagogisch arbeiten können.
  • Carl Rogers, ein Psychologe und wichtiger Vertreter der humanistischen Psychologie bestätigt die drei Grundhaltungen
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Was wird darunter im Einzelnen verstanden?

Empathie

  • Empathie bedeutet Einfühlungsvermögen und signalisiert ein einfühlendes Verstehen und Interesse für die andere Person
  • Es ist wichtig Gefühle zu erkennen als auch zuordnen zu können: Das Kind ist traurig oder das Kind hat Angst und dementsprechend zu handeln.
  • Ziel ist, die Perspektive des anderen zu verstehen, ohne eine Bewertung der Situation vorzunehmen

So lernen die Kinder, dass sie ernst genommen werden und auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird.

Empathie
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Akzeptanz

  • Akzeptanz bedeutet, das Individuum mit allen Stärken und Schwächen zu akzeptieren
  • Wir bewerten auch hier nicht die Person, sondern betrachten bestimmte Handlungen oder Verhaltensweisen objektiv
  • In dem Zusammenhang sprechen wir von bedingungsloser Wertschätzung. Der Begriff umfasst die Achtung des Menschen in seiner Persönlichkeit und ist nicht an bestimmte Bedingungen geknüpft

Kinder erfahren somit eine echte Wertschätzung ohne, dass sie sich verstellen müssen oder bestimmte Erwartungen erfüllen müssen.

Akzeptanz
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Transparenz

  • Die Transparenz im pädagogischen Beruf ist unglaublich wichtig
  • Der Begriff ist mit Ehrlichkeit gleichzusetzen und bedeutet Authentizität. Sowohl im Handeln als auch mit Worten gegenüber den anderen
  • Wenn wir mit uns selbst, unserem Erleben und Handeln übereinstimmen, so wird von Kongruenz gesprochen
  • Kinder spüren die Leidenschaft des Menschen im Beruf. Kinder spüren das „Echt-Sein“ in Person
  • Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit sind die Voraussetzungen, damit wir im Beruf arbeiten können und zu den Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen eine stabile Beziehung herstellen können

Kinder geben den Erziehern Wertschätzung und Dankbarkeit zurück, ebenso verschließen sie sich oder verweigern einen Beziehungsaufbau bei Unaufrichtigkeit.

Transparenz
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Was ist wichtig für eine erfolgreiche Zusammenarbeit?

  • Empathie, Akzeptanz und Transparenz gewährleisten eine gute Arbeitsgrundlage und vereinfachen uns den Umgang mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen
  • Auch Partizipation, das Einbeziehen von Kindern in einen Entscheidungsprozess, fördert die Zusammenarbeit. Dadurch erfahren sie Mitbestimmung sowie Teilhabe und können ihre Wünsche und Bedürfnisse offen kommunizieren. Sie erfahren, dass ihre Meinung zählt, wodurch sie an Eigenständigkeit und Selbstvertrauen dazugewinnen
  • Des Weiteren ist die Motivation ein wichtiger Punkt

Ziel ist es, dass die Kinder aus eigener Motivation heraus (dies wird als intrinsische Motivation bezeichnet) Aktivitäten oder Handlungen nachgehen

Durch das Setzen von Impulsen oder das Stellen von Reizen im Alltag können wir die Kinder neugierig machen und sie motivieren, Neues auszuprobieren.

Und auch super wichtig sind Regeln, Grenzen und Strukturen. Sie bieten eine Stabilität und Orientierung für Kinder und erleichtern das Miteinander im Alltag.


Themenvorstellung

Kinder, Jugendliche und Erwachsene besitzen von Geburt an grundlegende Fähigkeiten. Diese setzen wir im Beruf ein, damit wir mit Herausforderungen und neuen Situationen gut umgehen können. Schau hierzu unbedingt einmal ins Video der Basiskompetenzen: Zum Video / Zum Artikel


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2 Kommentare

  1. Maria

    Das hat mir sehr geholfen.
    Danke.

    Antworten

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