Das Bild vom Kind in der Pädagogik | Das können Kinder!

Bild vom Kind

Erstellt von Kristine Schmeizl

Kategorie: Erzieherwissen

28.06.2023

In der pädagogischen Arbeit steht das Kind im Mittelpunkt.

Das Bild vom Kind zeigt von Geburt, dass jedes Kind ein kompetentes Wesen ist und über vielfältige Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügt.

Kinder erleben durch Partizipation Wertschätzung und gewinnen an Selbstvertrauen. Sie sind in ihrer Umwelt aktiv und gestalten ihren Alltag mit. Sie treffen eigene Entscheidungen und lernen in Zusammenarbeit durch Ko-Konstruktion.

💡 Über welche Fähigkeiten und Fertigkeiten ein Kind verfügt und wie es diese anwendet, werden im Bild vom Kind dargestellt.

Eine entscheidende Rolle dabei nehmen Fachkräfte und Erzieher ein, welche es zur Aufgabe haben, gezielte Impulse zu setzen und sie zu unterstützen.

Das Bild vom Kind - Konstruktivismus | Das können Kinder!

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Was bedeutet es, wenn ich vom Bild des Kindes spreche?

📌 Das Bild vom Kind ist ein geläufiger Begriff in der Pädagogik.

Es geht darum …

  • … wie wir das Kind betrachten
  • … welche Werthaltungen und Einstellungen wir den Kindern mitgeben
  • … wie sich die Grundeigenschaften der Kinder entfalten können

➡️ Das Kind wird zu dem, was Eltern, Erzieher und die Gesellschaft aus ihm machen.

Jedes Kind ist von Natur aus gut und kompetent und strebt nach Selbstverwirklichung. Dabei braucht es klare Vorbilder und Unterstützung, um sich und seine Fähigkeiten zu entwickeln.

In den Bildungsplänen der Länder sind die wichtigsten Erkenntnisse über das Bild vom Kind festgehalten, die uns Pädagogen als Orientierung in der Praxis dienen sollen, die ich dir nun vorstelle.

Bild vom Kind
Bild vom Kind

Kinder sind einzigartig

📌 Jedes Kind ist in seiner Persönlichkeit einzigartig.

Treffen mehrere Kinder zusammen, wie z.B. …

  • im Kindergarten
  • in der Krippe
  • im Hort

… ergibt sich eine Vielfalt verschiedener Eigenschaften.

Dabei ist jedes Individuum im Hinblick auf seine …

einzigartig.

➡️ Jedes Kind wächst unter ganz unterschiedlichen Bedingungen und bringt individuelle Lernerfahrungen mit, die sie prägen.

Daher können sich Kinder am besten entwickeln, wenn ihre Einzigartigkeit wertgeschätzt wird und sie Akzeptanz anderer erfahren.

💡 Für die pädagogische Arbeit bedeutet dies, dass die Vielfalt und die Verschiedenheit als Chance für neue Erfahrungen gesehen werden kann.

Einerseits ist es wichtig, dass das Kind in seiner Individualität berücksichtigt wird, andererseits spielt aber die Akzeptanz in der Gruppe eine entscheidende Rolle.

➡️ Hier ist es wichtig, das Wir-Gefühl im pädagogischen Alltag zu stärken wie durch:

  • Rituale
  • Morgenkreis
  • gemeinsame Brotzeit

Kinder sind kompetent

Diesen Beitrag hat die Säuglingsforschung geleistet.

🎯 Ziel: Herausfinden, mit welchen Fähigkeiten Kinder zur Welt kommen und wie sich diese weiterentwickeln.

➡️ Dabei kam raus, dass Kinder mit erstaunlichen Fähigkeiten zur Welt kommen, dies betrifft sowohl die Bereiche:

  • Wahrnehmung
  • Sprache
  • Gestaltung von Beziehungen

Kinder verfügen gleichzeitig über spezifische Lernmechanismen, die nur dann entfaltet werden, wenn das Umfeld ansprechend gestaltet ist.

⚠️ Daher ist es wichtig, dem Kind Aufgaben zu stellen, die es aus eigener Kraft erfolgreich lösen kann, denn Kinder möchten ihre Kompetenzen:

  • wahrnehmen
  • erproben
  • weiter ausbauen

➡️ Sie haben das Bedürfnis, sich als kompetent zu erleben.

Es ist ebenso wichtig, den Kindern Hilfestellung zu geben. Es geht nicht darum, dem Kind die Tätigkeit abzunehmen, sondern es durch …

  • Hinweise
  • Impulse
  • Ermutigung

herauszufordern.

Kinder sind ausgesprochen lernwillig und lernfähig

💡 Unser Gehirn ist so angelegt, dass wir nach Anregungen und Abwechslung suchen.

Neue Eindrücke vergleichen wir mit bestehenden Erfahrungen und verknüpfen die Bedeutung dahinter mit bereits gemachten Erfahrungen.

Kinder lernen …

  • lustbetont
  • nachhaltig
  • erfolgreich

… wodurch sie sich auf neue Bildungs- und Erziehungsprozesse einlassen können.

📌 Der Begriff Lernen wird demnach mit einem positiven Gefühl verbunden.

Das Gehirn der Kinder benötigt stets Nahrung, im Sinne von Anregung und Reize, die an das Vorwissen anknüpfen, wie pädagogische Aktivitäten, die das selbstbestimmte Lernen herausfordern.

⚠️ Wichtig ist eine lustvolle Atmosphäre, in welcher sich die Kinder, sicher und angenommen fühlen.

➡️ Sie entwickeln Freude am Lernen, wenn sie eigenaktiv werden und auch, wenn sie kennenlernen, dass Fehler auch als Lernchance angesehen werden können.

Kinder gestalten ihre Umwelt aktiv mit

Kinder lernen in Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt und konstruieren sich dadurch ein Bild von der Welt.

Sie sammeln neue Erkenntnisse, sei es durch das Betrachten von Bilderbüchern oder beim Bauen eines Turmes:

Beispiel: Tim erkennt, dass ein Turm bei einer bestimmten Höhe einstürzt.

Bildet sich das Kind selbst auf diese Weise, so spricht man von Konstruktivismus.

Bilden kann es sich nicht nur durch sich selbst, sondern ebenso im Austausch mit anderen Kindern oder Erwachsenen. Das Kind tritt dann in soziale Interaktion. Man spricht in diesem Fall vom Ko-Konstruktivismus.

➡️ Das bedeutet für die pädagogische Arbeit, dass ich immer das Interesse der Kinder beobachte, erkenne und die Lernumgebung entsprechend gestalte.

Lerngemeinschaften oder Lernbegleitungen sind eine gute weitere Möglichkeit. Sie gewinnen an Bedeutung im pädagogischen Alltag.

💡 Hier wird gezielt der Austausch und die Kommunikation des Kindes angeregt. So kann es aktiv mitgestalten und teilnehmen.


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