Richtwerte der Sprache – Sprachentwicklung der Kinder

Sprachentwicklung Kinder

Erstellt von Kristine Schmeizl

Kategorie: Erzieherwissen

28.04.2022

Wie sieht die Sprachentwicklung bei Kindern aus? Wie entwickelt sich Sprache? Welche Phasen durchläuft das Kind in der Sprachentwicklung? Wie lernen Kinder Sprache?

Ein gutes Gehör ist Voraussetzung für den Spracherwerb. In der Krippe lallen die Kinder noch, äußern sich über die nonverbale Kommunikation, bilden Laute und Silben. Später kommen Grammatik, neue Wörter dazu. Gute Vorbilder, die die Sprache anregen und fördern, sind großartig. Mit dem Kind zu sprechen, zuhören, Bücher und Geschichten lesen, Handlungsbegleitendes Sprechen stärken die Sprachentwicklung. Ein-Wort-Sätze werden zu Mehrwortsätzen, die Vergangenheitsform wird angewandt und ein aktiver und passiver Wortschatz ist vorhanden. All das gehört zur Sprache.

Sprachentwicklung - Richtwerte der Sprache | Was Erzieher wissen sollten!

⬆️ Hier gelangst du zum Video! ⬆️

Verlauf der sprachlichen Entwicklung

Das Kind kommt auf die Welt und kann noch nicht sprechen.

Es kommuniziert daher hauptsächlich über die Körpersprache, z.B. Kind schiebt den Teller weg, wenn es nichts mehr essen möchte.

Im Laufe des zweiten Lebensjahres geht es mit dem Spracherwerb des Kindes schnell voran. Das Kind wird immer mehr Wörter sprechen und verstehen lernen.

Voraussetzungen sprachlicher Entwicklung

Ein gutes Gehör ist wichtige Voraussetzung für die Sprachentwicklung.

Erst wenn die grundlegenden Fähigkeiten Sehen, Hören und Feinmotorik ausgebildet, kann das Kind Sprache entwickeln!

Richtwerte der sprachlichen Entwicklung

Kinder durchleben verschiedene Phasen bei der sprachlichen Entwicklung. Hierzu gibt es gibt Richtwerte. Diese sind starre Kriterien und Abweichungen müssen nicht direkt auf eine Fehlentwicklung zurückzuführen sein.

1. Lebensjahr

  • Das Kind befindet sich in der Lallphase und erzeugt erste Laute wie Schmatzen, Gurgeln oder Schreien
  • Das Kind sollte in der Lage sein den Mund überwiegend geschlossen zu halten und den Speichel herunterzuschlucken
  • Es kann Lautgebilde nachahmen, wie z.B.: husten, quietschen und gurren
  • Außerdem plappert es Silben wie „nana“ oder „dada
  • Das Kind kann Stimmen so modulieren -also so einsetzen- dass man die Stimmungslage des Kindes erkennt

2. Lebensjahr

  • Tierlaute nachahmen, Körperteile benennen
  • Wörter mit Konsonanten sprechen wie: m, b, p, t
  • wichtige Bezugspersonen bei Namen ansprechen: Mama, Papa
  • Kind nutzt einfache Zwei-Wort Sätze wie: „Auto haben“
  • verwendet Eigenschaftswörter wie „schön“ oder „heiß
  • kann Wünsche sprachlich äußern

3. Lebensjahr

  • Das Kind benutzt Tätigkeitswörter wie z.B.: schlafen, essen, spielen, laufen, …
  • Fürwörter wie mein, dein z.B.: „Das ist mein Teddybär
  • gebraucht Geschlechtswörter: der, die, das
  • Selbstgespräche führen, Gespräche mit Tieren, etc.
  • Es kann Mehrwortsätze bilden. D.h. Kind bindet mehrere Wörter in Satz ein (Satzbau darf Fehler haben).
  • Das Kind erkennt, was im Bilderbuch geschieht, z.B.: Das Auto fährt

4. Lebensjahr

  • Wortschatz vorangeschritten und Kind verbindet Haupt- und Nebensätze
  • Das Kind bildet die Mehrzahl richtig, es singt und reimt gerne
  • unterscheidet Vergangenheitsform und Zukunftsform wie: „Ich war in Kita
  • Zusammenhänge erkennen und beschreiben z.B.: Im Bilderbuch und auch so berichten, um der Erzählung folgen können

5. Lebensjahr

  • Kind bildet Sätze richtig und spricht dabei grammatikalisch richtig, also verwendet Haupt- und Nebensätze
  • es benennt Farben richtig
  • und bildet Laut- und Lautverbindungen richtig: auch „sch“ und „s

6. Lebensjahr

  • Kind kann „Wenn-Dann“ Fragen beantworten:
    • Mama: Wenn ich arbeite, dann bist du im Kindergarten –> Kind versteht den Zusammenhang
  • Der Satzbau macht deutliche Fortschritte: beherrscht Grammatik, beschreibt Gedankengänge und setzt Zeit- und Pluralformen korrekt ein
  • kann von Erlebnissen berichten und Geschichten nacherzählen
  • kurz vor Schulanfang hat das Kind …
    • … einen aktiven Wortschatz von ca. 5000 Wörtern = gesprochene Wörter
    • … einen passiven Wortschatz von ca. 20000 Wörtern = verstandene Wörter

Warum lernt ein Kind überhaupt Sprache?

Wenn dich dieses Thema interessiert, solltest du dir unbedingt noch diesen Artikel durchlesen: Zum Artikel


Vielleicht gefällt dir auch …

Primacy Effekt und Recency Effekt mit vielen Beispielen

Primacy Effekt und Recency Effekt mit vielen Beispielen

Beim Primacy-Effekt steht die Wahrnehmung der ersten Eindrücke und Informationen im Fokus, der Primäreffekt ist oftmals stärker als der Recency-Effekt. Beim Recency-Effekt dominieren später eingehende Informationen, z.B. haben Abschlussveranstaltungen in der Erzieherausbildung einen starken Einfluss auf den gesamten Eindruck der Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin.

mehr lesen
Werte und Normen in unserer Gesellschaft + viele Beispiele!

Werte und Normen in unserer Gesellschaft + viele Beispiele!

Die Werte und Normen entwickeln sich in der heutigen Gesellschaft immer weiter und ändern sich im Laufe der Zeit.

Was sind deine persönlichen Werte und wie wirken sich diese auf dein eigenes Handeln aus?

In diesem Artikel erkläre ich dir die Definition von Werten und Normen anhand einiger praktischer Beispiele.

mehr lesen

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert