Transitionen und Übergänge bei Kindern

Transitionen und Übergänge bei Kindern

Erstellt von Kristine Schmeizl

Kategorie: Erzieherwissen

14.01.2023

Transitionen finden in unterschiedlichen Lebensphasen statt. Jeder kennt es. Das Kind kommt in den Kindergarten, weint, schreit, das Kind geht in die Schule, das Kind startet die Ausbildung als Erzieher, Erzieherin, sozialpädagogischer Assistent, Kinderpfleger etc. All das sind Übergänge.

Übergangssituationen sind immer verbunden mit Entwicklungsaufgaben und Veränderungen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sammeln Erfahrungen und erwerben verschiedene Kompetenzen, darunter Basiskompetenzen für das Leben.

Die Selbstkompetenz, Sozialkompetenz, Sachkompetenz und vor allem aber die Resilienz des Kindes wird gestärkt. Kinder lernen, mit Herausforderungen und Stress umzugehen.

Wichtig ist die aktive Begleitung und der sichere Beziehungsaufbau. Dies schafft Vertrauen und ist Voraussetzung für einen erfolgreichen Übergang.

Transitionen - Übergänge | Erzieherwissen

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Was versteht man unter Transitionen und Übergängen?

  • Übergangssituationen sind zeitlich begrenzte Lebensabschnitte
  • Sie sind gekennzeichnet durch eine Reihe von Veränderungen und den damit verbundenen Entwicklungsaufgaben

➤ In relativ kurzer Zeit müssen bestimmte Aufgaben bewältigt werden

  • Transition beschreibt immer die gesamte Übergangserfahrung mit den positiven und negativen Erfahrungen auf die individuelle Entwicklung des Menschen

Wann finden Transitionen statt?

Grundlage sind normative und nicht normative Lebensereignisse, die als Stressoren aufgefasst werden und die Familie in krisenhafte Situationen bringen.

Transitionen finden in unterschiedlichen Lebensphasen statt:

  • in der Familie (durch Geburt, Heirat, Scheidung oder den Tod eines geliebten Menschen)
  • bei der eigenen Person (verursacht durch z.B. die Pubertät oder eine schwere Krankheit)
  • im Verlauf der Bildungsbiographie (durch den Eintritt in die Kindertageseinrichtung oder durch den Übertritt in die Schule)
  • und im späteren Beruf (gekennzeichnet durch den Eintritt ins Berufsleben, Ruhestand oder Arbeitslosigkeit)

In diesen Phasen finden viele Veränderungen statt und wir müssen uns an die neue Situation und an die Umstände anpassen.

Hier besteht für uns die Chance neue Persönlichkeitserfahrungen zu sammeln, aber auch besteht zugleich die Herausforderung darin, mit neuen Anforderungen zurechtzukommen.

Transitionen im Leben
Transitionen im Leben

Wie werden Übergänge bewältigt?

  • Jedes Kind bewältigt Übergänge in eigenem Tempo
  • Die Bewältigung kann die persönliche Entwicklung vorantreiben oder erschweren (Freude, Neugier als auch Verunsicherung und Ängste können entstehen)
  • Die Bewältigung ist abhängig vom Temperament, von bisherigen Erfahrungen und der psychischen Widerstandsfähigkeit, der Resilienz des Kindes, mit Neuem, Unbekanntem umzugehen
  • Bezugspersonen und Erwachsene tragen die Verantwortung für das Gelingen der Übergänge. Eltern müssen ihr Kind dabei unterstützen

➤ Übergänge sind immer erst dann beendet, wenn Kinder sich wohlfühlen, wenn länger anhaltende Probleme nicht mehr auftreten.

Kinder müssen erfahren, dass Übergänge keine Belastung, sondern eine neue Chance für das Leben bieten.

Hilfen & Unterstützung der Übergänge

  • Übergänge zu begleiten und zu moderieren hat oberste Priorität
  • Eine Möglichkeit ist das Schaffen von gemeinsamen Aktivitäten oder Schnuppertagen
  • Eine intensive Kooperation und ein Informationsaustausch mit Eltern ist besonders wichtig (Ziele werden gemeinsam festgelegt und Herausforderungen thematisiert)
  • Eine sichere Bindung zum Kind und ein feinfühliges Wahrnehmen der Signale des Kindes ist Voraussetzung für gelingende Transitionen

Ziele erfolgreicher Übergangsbewältigung?

Ziel ist es, dass der Mensch Übergänge auf drei verschiedenen Ebenen bewältigen lernt

Die individuelle Ebene:

Damit ist jeder Einzelne gemeint, das eigene Selbstbild, die eigene Identität durch einen neuen Status zu verändern.

Die interaktionale Ebene:

Die Ebene bezieht sich auf Beziehungen. Es geht um Veränderung, Verlust, Ausweitung oder Reorganisation von Beziehungen (z.B. Freunde aus dem Kindergarten sind nicht mehr da, neue Freunde in der Schule oder im Beruf kommen hinzu).

Die kontextuelle Ebene:

Diese Ebene bezieht sich auf die Bewältigung der Lebensumwelten wie Trennung der Eltern oder die Geburt eines Geschwisterkindes.

Welche Kompetenzen und Fähigkeit erwirbt das Kind?

  • Sie erlangen Selbstvertrauen, Flexibilität und Gelassenheit für weitere Übergänge
  • Ihr Selbstkonzept wird gestärkt und sie erlangen Vertrauen in eigene Fähigkeiten
  • Sie entwickeln sozialen Anschluss und Austausch mit anderen Kindern
  • Vor allem aber wird die Resilienz gestärkt und sie können sich emotional auf neue Situationen gut einlassen ➤ Ihr Selbstwertgefühl wird gestärkt

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Du weißt, eine sichere Bindung ist Voraussetzung für gelingende Übergänge: Zum Video


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