Schizophrenie – Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung

Schizophrenie symptome

Erstellt von Kristine Schmeizl

Kategorie: Störungsbilder

17.03.2024

Bei Schizophrenie werden Betroffene von Wahn und Halluzinationen begleitet und verlieren oft den Bezug zur Realität. Dies wird Psychose genannt.

💡 Das Hören von nicht vorhandenen Stimmen ist am weitesten verbreitet. Ängste, Angststörungen oder Depressionen können damit im Zusammenhang auftreten.

Disclaimer:

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Die Inhalte dienen nicht zur eigenständigen Diagnose. Bitte wende dich stets an einen Facharzt.

Schizophrenie - Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung

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Was versteht man unter Schizophrenie?

💡 Schizophrenie ist im ICD 10 als psychische Störung festhalten.

Gekennzeichnet ist diese Störung vor allem durch einen Verlust des Realitätsbezugs. Dies wird Psychose genannt und bedeutet, dass Betroffene die Realität abweichend davon wahrnehmen, wie sie tatsächlich ist.

… weichen also stark von denen eines gesunden Menschen ab.

Merkmale von Schizophrenie
Schizophrenie - Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung 4

Betroffene hören Stimmen oder sehen Dinge, die nicht existieren. Sie leiden demnach häufig unter Halluzinationen und Wahnvorstellungen [MSD Manual].

Schizophrenie tritt meistens zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr auf und ist gekennzeichnet durch ein sehr komplexes und vielfältiges Erscheinungsbild.

📌 Bei Betroffenen einer Schizophrenie gilt wie immer, dass nicht alle Symptome zutreffen müssen. Es kann vorkommen, dass mehr das eine oder weniger das andere ausgeprägt ist oder gar nicht vorhanden ist.

Symptome der Schizophrenie

💡 Weitere Informationen zu diesem Kapitel lassen sich in dem Artikel von gesundheitsinformationen.de nachlesen.

Ich-Störung

Bei einer Ich-Störung verschwimmen die Grenzen zwischen der Umwelt und dem eigenen Ich.

Betroffene erleben sich und ihre Umwelt als fremd und haben das Gefühl, dass ihre Handlungen oder Gedanken nicht ihre eigenen sind, sondern dass sie von Außenstehenden kontrolliert und gelenkt werden.

▶️ Die Unterscheidung zwischen eigen und fremd ist demzufolge gestört.

Störung des Denkens und der Sprache

Betroffene haben in den Bereichen der Konzentration und Aufmerksamkeit kognitive Beeinträchtigungen.

Ihr Gedankenfluss kann beschleunigt oder verlangsamt sein. Manche springen gerne von einem Gedanken zum nächsten, während andere berichten, dass sie überhaupt keine Gedanken im Kopf haben.

💡 Ihre Äußerungen wirken oft zusammenhangslos und ohne innere Logik.

Demzufolge lässt sich folgendes festhalten:

  • Der sprachliche Ausdruck wird immer merkwürdiger
  • Häufig stimmt der Satzbau nicht
  • Es werden neue Wörter, Neologismen erfunden
  • Betroffene wechseln abrupt das Gesprächsthema

Wahrnehmungsstörungen

➡️ Hierunter fallen alle Sinnestäuschungen.

Wir unterscheiden zwischen Wahnvorstellungen und Halluzinationen.

Wahnvorstellungen

Eine Wahnvorstellung ist eine unangemessene und falsche Interpretation auf die Umwelt, bei der Betroffene sich die Realität anders vorstellen als sie in Wirklichkeit ist.

➡️ Die häufigsten Wahnvorstellungen sind der Verfolgungswahn und der Größenwahn.

Wahnvorstellung
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Beim Verfolgungswahn sind Betroffene davon überzeugt, dass sie von anderen Personen oder übernatürlichen Wesen verfolgt werden und beim Größenwahn glauben sie fest daran, die Welt verändern zu können.

Halluzinationen

Hier nehmen Betroffene Dinge wahr, die in der Realität nicht existieren.

📌 Dabei ist das Hören von nicht vorhandenen Stimmen am weitesten verbreitet.

Besonders gefährlich wird es vor allem dann, wenn die Stimmen auffordernd werden und anfangen Befehle zu erteilen, die die Person selbst oder andere verletzen können.

💡 Man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass die Stimmen für Betroffene, real und existent sind und demnach sehr beängstigend.

Leiden Betroffene besonders stark unter ausgeprägten Wahnvorstellungen und Halluzinationen, so spricht man von paranoider Schizophrenie, die häufigste Form der Schizophrenie

Affektstörung

Diese Störung wird auch als emotionales Abflachen bezeichnet und tritt dann auf, wenn emotionale Reaktionen nachlassen.

➡️ Folgende Eigenschaften können unter Umständen auf Betroffene zutreffen:

  • emotionslos
  • depressiv
  • ihr Gesichtsausdruck wirkt ganz starr und leer

Dies kann auch dazuführen, dass sie sich demzufolge immer mehr zurückziehen und weniger die Eigeninitiative ergreifen.

Betroffene zeigen zudem Auffälligkeiten in der Psychomotorik, dies wird bei ausgeprägten Symptomen als katatone Schizophrenie bezeichnet.

Im erregten Zustand kann es zu stereotypen Bewegungen wie Schütteln mit dem Kopf kommen. Dabei stehen Bewegungsauffälligkeiten im Vordergrund. Darunter fällt auch zielloses Umherlaufen oder das Nachahmen anderer.

Im starren Zustand hingegen können sie den ganzen Tag in einer bestimmten Position verharren.

▶️ Es lassen sich neben der katatonen Schizophrenie noch weitere Unterformen der Schizophrenie finden, bei denen eine bestimmte Symptomatik im Vordergrund steht.

Die häufigste Form der Schizophrenie jedoch ist die paranoide Schizophrenie, die Form, die mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen einhergeht [Psychiatrie und Psychotherapie].

Ursachen der psychologischen Störung

💡 Wie es zu dieser Erkrankung kommt, ist bis heute nicht abschließend erklärt.

Angenommen wird, dass mehrere Faktoren Einfluss nehmen.

Unter anderem gehören dazu die genetischen Ursachen: [Ursachen, Verlauf, Behandlung]

  • Kommt Schizophrenie in einer Familie öfter vor, so steigt automatisch das Erkrankungsrisiko, da Schizophrenie grundsätzlich vererbbar ist
  • Sind beide Elternteile daran erkrankt, so hat das Kind ein 12-prozentiges Risiko ebenso daran zu erkranken

Außerdem wurden bei Betroffenen im Bereich des limbischen Systems Veränderungen im Gehirn festgestellt.

➡️ Dieser Teil des Gehirns ist verantwortlich für emotionales Verhalten.

Biochemische Ursachen liegen vor:

  • Ursächlich dafür sind Stoffwechselstörungen
  • Es herrscht ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn vor, weshalb Symptome der Schizophrenie verursacht werden können
  • Botenstoffe sind chemische Stoffe im Körper, die gebraucht werden, um untereinander zu kommunizieren
  • Liegt ein Ungleichgewicht vor, so ist die Signalübertragung gestört und es kommt bei Betroffenen zu einer Veränderung des Denkens, des Handelns und des Fühlens, also zu dem, was bei einer Schizophrenie beschrieben wird

➡️ Es ist demnach überhaupt nicht dein persönliches Versagen, wenn du an einer Schizophrenie erkrankt bist. Genauso wenig ist mögliches Fehlverhalten deiner Eltern dafür verantwortlich. Es ist „einfach“ eine Störung im Gehirnstoffwechsel, wofür niemand die Schuld trägt.

Die Störung kann möglicherweise Schwierigkeiten im Denken verursachen und für eine schnelle Reizüberflutung sorgen.

⚠️ Einer der wichtigsten chemischen Substanzen in Bezug auf schizophrene Erkrankungen ist das Dopamin, bei Betroffenen wurde ein Dopaminüberschuss festgestellt [Universität Wien].

Dopamin ist der Botenstoff, der für unsere Glücksgefühle verantwortlich ist. Ist allerdings davon zu wenig oder zu viel vorhanden, so kommt es zu gesundheitlichen Problemen, bis hin zu Wahn, Halluzinationen oder Schizophrenie.

Dopamin wird z.B. durch die Einnahme von Drogen ausgeschüttet und auch da kann es zu Psychosen kommen, die ähnliche Symptome der Schizophrenie aufweisen.

💀 Der Konsum von Drogen wie Kokain oder Amphetamine kann demzufolge die Krankheit hervorrufen und den Verlauf deutlich verschlimmern.

Damit es aber wirklich zum Ausbruch kommt, müssen noch weitere Faktoren Einfluss nehmen wie Stress oder negative Erfahrungen.

Kritische Lebensereignisse wie Trennungen oder ein Ortswechsel können ebenso schizophrenie-ähnliche Symptome verstärken.

Diagnose von Schizophrenie

Diagnostiziert wird die Schizophrenie meistens in einer Fachklinik für Schizophrenie oder einem Facharzt für Psychiatrie.

Hierzu wird kein bestimmter Test herangezogen oder ähnliches, sondern die Diagnose erfolgt anhand einer Begutachtung der geschilderten und bestehenden Symptome der Patienten.

⚠️ Wichtig allerdings ist eine sorgfältige Prüfung, da vor der endgültigen Diagnosestellung zu aller erst weitere Krankheitsbilder, die schizophrenie-ähnliche Symptome aufzeigen, ausgeschlossen werden müssen.

Dazu gehören u.a.:

  • Hirnerkrankungen
  • Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen

Auch kurzfristige Psychosen, die durch ein starkes Trauma ausgelöst wurden, können vergleichbare Symptome einer Schizophrenie hervorrufen, allerdings gehen diese nach einer kurzen Zeit wieder weg [Krankheitsbild].

Aus diesem Grund wird Schizophrenie wirklich erst dann diagnostiziert, wenn …

  • ausreichend Symptome über einen längeren Zeitraum von mindestend
  • die Symptome eine erhebliche Beeinträchtigung im gesellschaftlichen Leben darstellen

Das Robert-Koch Institut hat hierzu einen ausführlichen Bericht geschrieben: Hier nachlesen

Behandlung von Schizophrenie

📌 Dies ist ganz unterschiedlich und sehr individuell.

Es gibt Betroffene, die so beeinträchtigt sind, dass sie externe Hilfe benötigen, andere wiederum benötigen keine Medikamente und können ihren Alltag gut alleine meistern.

Für die Behandlung von Schizophrenie gibt es Leitlinien des NICE-Instituts, sowie den S3-Leitlinien Schizophrenie der DGPPN. Folgend erwiesen sich einige Behandlungsmethoden als wirksam:

  • Pharmakotherapie
  • die kognitive Verhaltenstherapie
  • psychoedukative Interventionen (für Patienten und Angehörige)
  • Familienbetreuung
  • Bewegungs- und Kreativtherapien

Quelle: Leitlinienkonforme psychiatrischpsychotherapeutische Behandlung für Patienten mit Schizophrenie

Psychopharmaka, sogenannte Antipsychotika mildern die Psychose und reduzieren Symptome wie Halluzinationen oder Wahnvorstellungen. Sie sind wirksam, können aber belastende Nebenwirkungen haben.

▶️ Im Einzelfall wird die Dosierung angepasst oder eines neues Medikament ausprobiert, um den Nebenwirkungen zu entgehen.

Ebenso werden Antidepressiva bei depressiv gestimmten Patienten eingesetzt oder Beruhigungsmittel, damit Ängste in akuten Phasen erträglicher werden.

Die Psychotherapie soll Betroffenen langfristig den Umgang mit Schizophrenie erleichtern, im Fokus steht die Aufklärung des Krankheitsbildes sowie im Zusammenhang der Abbau von Ängsten.

Die Soziotherapie ist eine weitere Möglichkeit und wird eingesetzt, damit sich Betroffene wieder im Alltag eingliedern können, dazu gehören verschiedene Angebote oder Rehabilitationsmaßnahmen.

Die Schizophrenie ist nicht nur für Betroffene, sondern auch oft für Angehörige sehr belastend.

✅ Förderlich für Betroffene ist es, wenn Angehörige trotz der schwierigen Situation emotional zur Seite stehen und behilflich sind, damit der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst wird.

Grundsätzlich ist eine Schizophrenie nicht heilbar, doch durch eine gute und richtige Behandlung lassen sich die Symptome gut kontrollieren und Rückfälle werden meist vermieden. Obwohl sich viele Internetseiten darum streiten, ob Schizophrenie nun heilbar ist, oder nicht.


Du möchtest noch mehr über Schizophrenie erfahren?

Ein ausführlicher Artikel auf Englisch gibt dir einen wissenschaftlichen Einblick: Zum Artikel


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